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Hufgeschwür des Jahres 2013

Hufgeschwür des Jahres 2013

zu gleichen Teilen an

die Zeitschrift Cavallo und

die Burkhard Rau, Rheinische Hufbeschlagschule

Sieht aus wie eine Bastelanleitung aus einem bekannten großen Möbelhaus. Alle Utensilien sind schön ausgebreitet und alles wird Schritt für Schritt erklärt. Wie man einen Klebehufschutz unter den Huf kleben kann. Mit einem Kunststoffhufschutz drunter – zum Beispiel. In sechs Tagen kann man das lernen. Ja, wirklich! So jedenfalls die Schlußfolgerung der Cavallo-Reporterin nach ihrem Selbstversuch bei Schmiedemeister Burkhard Rau, dem Betreiber der Rheinischen Hufbeschlagschule in der Eifel. Wir wissen nicht, wie sie heißt, denn sie hat wohl vergessen, ihren Artikel zu unterzeichnen. Ob sie wohl schon ahnte, was sie da „kluges“ schrieb? Nein, nein, sicher nur ein Versehen, denn bei Cavallo wird ja sicherlich qualitätsbewußt gearbeitet. So wie unsere wackere Cavallo-Reporterin (nennen wir sie doch einfach mal Wendy) bei Meister Rau.

Von dem kann man so einiges für den do-it-yourself-Baukasten „Klebehufschutz“ lernen. Z.B. wovon die richtige Wahl des Hufschutzes abhängt. Dabei vergißt er mal so nebenbei das Fußungsverhalten des Pferdes. Oder hat unsere fleißige Wendy etwa vergessen, das von den Meisterlippen zu ablesen und aufzuschreiben? Immerhin weiß sie, daß sich das verwendete Klebesystem u.a. für Barhuf-Pferde eignet, denen keine Hufschuhe passen. Wie bitte? Pferde, für die man Hufschuhe findet? Wohl wieder so eine do-it-yourself-Erfahrung. Wird vorwiegend von Leuten gemacht, die Hufschuhe nach irgendwelchen Schablonen im Online-Shop bestellen und dann merken, daß die Einsparung eines kompetenten Hufschuhexperten letztlich auf Kosten des Pferdes ging. Wenn denn die Selbstkritik so weit reicht, dies einzugestehen. Vorausgesetzt, die Wahrnehmung ist überhaupt ausreichend geschult, um das Defizit zu erkennen.

Doch bleiben wir beim Meister und seiner Wendy. Von ihm lernt sie, wie sie sich an einem vom Fachmann frisch ausgeschnittenen Huf klebenderweise zu schaffen machen kann. Ab hier öffnet sich Pandoras Büchse der Fehlleistungen ganz weit. Oder sollte Hufbeschlaglehrschmiedemeister Rau etwa nicht wissen, daß ein Huf mit einigen speziellen Modifikationen in der Hufbearbeitung für die Anbringung von Kunststoffhufschutz vorbereitet werden sollte? Ein frisch ausgeschnittener Barhuf ist also in aller Regel für die Anbringung von Kunststoffhufschutz – übrigens auch für die meisten Arten von Kombinationshufschutz – wenig geeignet.

Überhaupt ist Kunststoffhufschutz nicht für jedes Pferd geeignet. Und das nicht nur, weil zwar der verwendete Dynamix IHT über eine Strahlunterstützung verfügt, aber viele andere eben nicht. Wie soll der Strahl mittragen, wenn der Hufschutz hinten eben nur geschlossen ist und über keine Strahlunterstützung verfügt? Und was, wenn Wendy ersatzweise bei einem großen Internet-Versteigerungshaus einen Posten – war unglaublich billig, glaubst du nicht – Kunststoffhufschutz ohne Strahlunterstützung erstanden hat. Ist sie genügend aufgeklärt worden, ob sich diese für den Einsatz an ihrem Pferd eignen? Aber nun muß sie selbst einschätzen, ob ihr Pferd überhaupt für Kunststoffhufschutz geeignet ist. Kann man in sechs Tagen lernen, dies alles eigenständig einzuschätzen? Wir haben begründete Zweifel.

Wenn Wendy nach Hause fährt, kommt sie aus der behüteten Kurssituation in die heimische Realität und muß das Erlernte an einem vermutlich völlig anderen Pferd ausführen. Ist hier alles so wie bei den Kurspferden? Kann ihr Hufexperte – wenn er/sie nur die Barhufpflege beherrscht – überhaupt beurteilen, ob Kunststoffhufschutz geeignet ist, wenn ja, welcher und die Hufe entsprechend vorbereiten? Ich verweise hier mal nur auf die Zeitdauer der Ausbildung in Hufpflege und Huftechnik an der BESW-Akademie. Hufpflege: 15 Tage Theoriekurs, 14 Tage praktischer Unterricht, 50 Tage Praktikum mit 100 selbständig bearbeiteten Pferden. Huftechnik: 6 Tage Theoriekurs, 18 Tage praktischer Unterricht, 30 Tage Praktikum mit 60 selbständig bearbeiteten Pferden. An anderen Schulen ist es ähnlich.

Und vor allem: Darf sie überhaupt in der versprochenen Weise tätig werden? Das Bundesverfassungsgericht hat 2007 entschieden, daß man nicht Hufschmied sein muß, um Barhufpflege und Huftechnik auszuüben. Es hat nicht gestattet, daß dies nun von jedem so ohne weiteres gemacht werden darf. Wenn die Ausübung des Hufbeschlags laut Hufbeschlaggesetz die erfolgreiche Absolvierung der Hufbeschlagprüfung voraussetzt, welche andere logische Konsequent kann dann gezogen werden, als die, daß die Ausübung von Hufpflege und Huftechnik eine Hufpflege- bzw. Huftechnikprüfung voraussetzen? Und wenn es eine der beiden letztgenannten Prüfungen nicht „staatlich“ gibt, dann eben eine der gängigen privaten Prüfungen. Auch bei Barhufpflege und Huftechnik können ohne gründliche Ausbildung nachhaltige Schädigungen der Hufgesundheit die Folge sein. Darum ist der Hufbeschlag mit gutem Grund den Hufschmieden vorbehalten. Möchte Wendy die erste sein, der ein Gericht sagt, daß sie mit unfachgemäßer Hufbearbeitung die Gesundheit ihres Pferdes gefährdet hat, weil sie ohne fachgerechte, berufsqualifizierende Ausbildung und Prüfung und damit ohne Nachweis einer ausreichenden Sachkunde an den Hufen eines Pferdes hantiert hat? Fachgemäß muß jedenfalls die Hufbearbeitung nach einer entsprechenden Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums sein. Ob sie das nach einem sechstägigen Lehrgang sein kann? Hufbeschlaglehrschmied Rau meint ja. Und Cavallo und unsere Wendy, sind die sich da auch so sicher? Und was meint Wendys liebstes Pferdchen? Nicht Pferd, aber Mäuschen müßte man sein, wenn sich dann doch irgendwann das blanke Entsetzen breit macht. Aber hoffen wir, dass es soweit nicht kommt.

Folgenreich für das Pferd könnte nicht nur die Wahl des falschen Kunststoff-Hufschutzes sein. Wenn wir die Unterüberschrift auf der Eingangsseite des Artikels ein wenig durchspielen, könnte Wendy die Verzweiflung über den in Terminnöten steckenden Hufschmied zum Anlaß nehmen, einen Kunststoff unter die Hufe ihres liebsten Pferdchens zu machen. Und wenn da nun nicht ohne Grund vorher Stahlhufeisen drunter waren?

Doch machen wir jetzt das hübscheste Pandora-Döschen auf. Da wird als selbstverständlich vorausgesetzt, daß die Hufe vorher von einem Hufexperten ausgeschnitten wurden. Aber wie groß ist denn die Versuchung, selbst Hand anzulegen und auch die Hufe selbständig auszuschneiden? Wenn der Schmied mal keine Zeit hat und die Not ja sooooo groß ist, daß man förmlich selber handeln MUSS! Verstehen Sie, was ich meine? „Natürlich wird keiner in sechs Tagen zum Hufschmied“ sagt der Schmiedemeister Rau verschmitzt. Aber dennoch verspricht der Lehrmeister der „Zielgruppe: Reiter und Hufpfleger“ auf seiner website „Beschlagen lernen in sechs Tagen“ und selbstverständlich „fachgerecht“. Cavallo schmunzelt dazu und kündet mit fettem rotem Punkt auf der schönen Eingangsseite des Artikels einen „Kursbesuch Pferde beschlagen für Reiter“ an.

Wie naiv ist man eigentlich in Stuttgart und Nerdlen? Oder möchte man, daß sich Leute ermuntert fühlen könnten, die Hufe nun auch beim Hufschutz selbst in die Hand zu nehmen? Wird hier vielleicht schon die Schwelle zwischen Fahrlässigkeit und Ermunterung überschritten? Ein Hufbeschlaglehrschmied, der selbst nach dem Hufbeschlaggesetz streng reglementierte Hufschmiede ausbildet, sollte wirklich klüger sein. Was sagt er übrigens seinen Hufschmiedeschülerinnen und –schülern, wenn die ihn auf den Artikel ansprechen? Mit welcher Glaubwürdigkeit kann er vor ihnen über Verantwortung in der Hufbearbeitung sprechen? Möchten Sie, verehrter Leser, verehrte Leserin, bei einem Lehrer lernen, der Ihrer Ansicht nach womöglich leichtfertig die Sorgfaltspflichten seines Fachs vernachlässigt? Was sagt die für die staatliche Anerkennung von Hufbeschlaglehrschmieden/innen und Hufbeschlagschulen zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Bundeslandes Rheinland-Pfalz zu derartigen Aktivitäten unter ihrer Aufsicht stehender Ausbilder ? Wir meinen, es besteht dringender Handlungsbedarf.

Cavallo seinerseits sollte genügend Fachleute im Haus haben, um sich selbst ein Bild zu machen und auf solche Berichte verzichten oder mit journalistischer Unabhängigkeit solche Vorgänge fachlich kritisch würdigen. Ist das nicht der Auftrag, in dem sich Cavallo vermutlich ohnehin wähnt? Die versammelte Reiterschaft des Landes gehaltvoll zu informieren – vermuten wir mal. So ist man die – glaube ich – meist gelesene Pferdezeitschrift dieses Landes geworden. Sicherlich nach den gleichen Qualitätsansprüchen und Rezepten wie die meist gelesene und außerordentlich bildende Tageszeitung dieses Landes.

Wir sind am Ende unserer Bastelstunde angekommen und stellen fest, daß kein schwedisches Regal zusammen geschraubt, sondern an den Hufen eines lebendigen Pferdes gearbeitet werden soll. Ob Wendys Selbstversuch das Ergebnis am Pferdehuf ausreichend berücksichtigt hat? Oder ging es nur um Selbstzufriedenheit mit dem im Kurs angeblich erreichten? Barbie® darf die Hufe ihres lila Einhorns bearbeiten. Wendy sollte die Finger davon lassen. Noch hat sie selbst in der Hand, was ihr ansonsten möglicherweise blüht. Hufbeschlaglehrschmied Burkhard Rau und Cavallo ist das Hufgeschwür des Jahres 2013 erblüht.

 


Hufgeschwür des Jahres 2012

 

Das Mädchen ist blond und wahrscheinlich deutlich unter 18. Die Fingernägel schön lackiert, kratzt sie die Hufe aus und pinselt anschließend den Huf von allen Seiten ein, was das Zeug hält. Ob sie weiß, was sie tut?

 

 

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Wir befinden uns auf der website von REITTV. Hier berät man Reiter und Reiterinnen in verschiedenen Fragen rund ums Pferd, produziert Lehrfilmreihen und gibt Geheim-Tipps und Tricks von Profis an die nichtsahnenden Zuschauer weiter.

Zum Thema Hufe berät Robin Kronenberg, staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied. Der Mann muß es wissen und gibt uns darum den Rat: „Beim normalen Durchschnittspferd mit normalen Füßen, ist es für jedes Pferd gut, einmal am Tag dünn eingefettet zu werden“

Robin Kronenberg bezeichnet das als „Schutz- oder Isolationsschicht“ gegen die Keime in der Box. Und darum weiß unser Reitermädel auch: täglich Fetten ist gut für den Huf. Das Pferd weiß natürlich nicht so recht, was da passiert und ob es ihm gut tut. Es muß in solchen Fragen auf seine Menschen vertrauen. Aber es wird schon bald merken, was passiert. Durch die Fettschicht wird der Feuchtigkeitsaustausch des Hufes massiv behindert. Er trocknet von innen aus, von außen verhindert das Fett die Zufuhr neuer Feuchtigkeit. Das Horn wird spröde. Risse können sich bilden – später vielleicht sogar Spalten. Und dann?

Das Pferd kann sich nicht selbst beschweren. Das Reitermädel sollte es, verläßt sich aber auf einen „Fachmann“ der angesehenen website REITTV. Immerhin ist die Firma aus dem rheinischen Meerbusch nach eigener Auskunft das größte Web-TV Programm in Deutschland für Reiter und Pferdebegeisterte und mit einer wöchentlichen Sendung bei Sport1 das einzige Reitsportmagazin rund um das Thema Reiten und Pferde im deutschen Fernsehen.

 

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REITTV ist neben Hufschmied Robin Kronenberg der eigentliche Übeltäter. REITTV hat die letztendliche Verantwortung für die Filmbeiträge zur Beratung der Reiter und Reiterinnen. Spart man hier etwa wie bei vielen anderen Publikationsorganen an wirklichen Fachleuten in der Redaktion, die den Schmarrn hätten entdecken und verhindern können?

Freie Mitarbeiter sind meist billiger (gell, da kommst du ins Fernsehen und hast jeeedeee Menge PR) aber kein Ersatz für wirkliche Kompetenz. Mit diesem Experten hat man offensichtlich in die Sch….. – Verzeihung – ins Hufgeschür gegriffen. Selbiges überreichen wir daher rechtzeitig zum frohen Feste an REITTV. Schmiert Euch den Inhalt irgendwo hin, damit Ihr oft genug daran erinnert werden, wie übel die von Euch verantworteten Ratschläge übers tägliche Hufe fetten sind. Das Hufgeschwür des Jahres 2012 überreichen wir hiermit an REITTV.
Schonstett, 15.12.2012

 

Hufgeschwür des Jahres 2006

 

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Hufgeschwür des Jahres 2006 für Hermann Högn von der Handwerkskammer für München und Oberbayern

 

Hufbeschlag, das wissen wir schon geraume Zeit, gehört nicht mehr zum Handwerk. Das stellte das Bundeswirtschaftsministerium – das ist für das Handwerk zuständig - im Sommer 2001 fest. Es gehört nämlich eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Und das seit Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ab 2002 begann das Bundeslandwirtschaftsministerium logischer weise mit der Erarbeitung einer neuen Hufbeschlagsverordnung. Da stand natürlich nichts mehr von Handwerk drin. Und das Handwerk mit seinen zentralen Stellen wusste davon. Um es ganz klar zu machen, stand es sogar wortwörtlich im Hufbeschlagsgesetz, das 2005 in den Bundestag eingebracht und 2006 verabschiedet wurde: „Hufbeschlagschmiede ... betreiben kein Gewerbe im Sinne der Handwerksordnung“.

Und darum laufen den Handwerkskammern schon seit einiger Zeit die Hufschmiede davon. Da hätte man von den Handwerkskammern eigentlich einen netten Abschiedsgruß erwartet mit einem artigen „Dankeschön“ für alle die Beiträge, die man den Hufschmieden unberechtigt über ein halbes Jahrhundert abverlangt hat. Ein hübsches Sümmchen. Mit nur einem kleinen Teil davon hätte man ein rauschendes Abschiedsfest feiern und dabei gleichzeitig sogar ein wenig Werbung für einen Verbleib in der Kammer machen können.

Nicht so die Handwerkskammern. Berufsanfänger wurden munter weiter zur Eintragung in die Handwerksrollen aufgefordert. Lustig wurde mit Bußgeldern bis zu 50.000 € gewunken. Die zarter Besaiteten ließen sich davon beeindrucken und traten den Handwerkskammern (dann hab ich halt meine Ruhe) bei. Besonders dreist trieb man es bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern, wo Hermann Högn einem Berufsanfänger sogar noch am 5. Dezember 2006 die Aufforderung zum Eintrag in die Handwerksrolle auf den Gabentisch zum Nikolausvorabend legte. Sonst drohe ......... usw. usw., Sie wissen schon. Ein Versehen? Es „menschelt“ halt? „Leider vom Computer unterschrieben“? Sorry, Herr Högn, wer jemand zur Mitgliedschaft überreden möchte und dabei mit einem Bußgeld droht, sollte zuvor sorgfältig überlegen, ob er das überhaupt darf.

 

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Und darum wird Hermann Högn stellvertretend für alle Handwerkskammern, die dies ähnlich taten, mit dem Hufgeschwür des Jahres 2006 ausgezeichnet. Und dabei kümmert uns überhaupt nicht, ob diese Schreiben aus Unkenntnis, aus Sturheit (weil man glaubt, „die gehören zu uns“), aus Geldgier oder aus Geringschätzigkeit („das kapieren die ja doch nicht und wehren tun die sich bestimmt auch nicht“) geschrieben wurden. Wer anderen auf die Füße tritt, muß damit rechnen, dass der zurück tritt. Hier geschieht dies sinniger weise mit einem Hufgeschwür. Dieses wurde aus den Schreiben der Handwerkskammern geformt und wird Ihnen, Herr Högn und Ihren Kollegen so lange an die Türe genagelt, bis sein übel riechender Gestank auch den letzten auf die Rechtslage aufmerksam gemacht hat.

Mit einem Preisgeld ist diese Auszeichnung freilich nicht verbunden. Wir müssen befürchten, dass dieses doch nur für Schadensersatzforderungen wütender Hufschmiede verwendet würde, die ihre Beiträge zurück haben wollen. Nicht dass wir diese nicht verstehen könnten. Bei einem derartig unverschämten Verhalten, sollten die Handwerkskammern den Schaden aber selbst regulieren. Drum, meine lieben Hufschmiede, nur Mut! Folgen Sie dem Mief des Hufgeschwürs. Er wird Sie direkt zu denen führen, die für diese Dreistigkeit verantwortlich sind: den Hermann Högns in unserem Land.
Glonn, 12.12.2006, Dr. Alexander Wurthmann

 

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Hufgeschwür des Jahres 2003

 

Hufgeschwür des Jahres 2003 an Heinz Breddemann verliehen

Er leitet die Fachgruppe Hufbeschlag im Fachverband Metall Nordrhein-Westfalens: Heinz Breddemann. Einer der wichtigsten Funktionäre unter den Hufschmieden. Und jetzt verleiht ihm das Deutsche Hufregister das „Hufgeschwür des Jahres 2003“. Geht das mit rechten Dingen zu? So einer sollte doch eigentlich Vorbild sein und für gute Kontakte zu allen sorgen. Was ist da geschehen?

Funktionäre wie Breddemann haben es eigentlich nicht nötig, durch Gossensprüche auf sich aufmerksam zu machen. Ihren Ohren mochten viele Teilnehmer der Hufbeschlagstagung in Pforzheim 2002 jedenfalls nicht trauen, als sie ihren Funktionärsvorderen mit der folgenden Äußerung hörten: „Wie tief muß ein Tierarzt sinken, um sich zum Hufpfleger zu degradieren?“ Und das als einer der ersten Sätze seines Referats zum Thema „Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Hufschmied und Tierarzt“.

Die besseren unter den Tierärzten jedenfalls legen bekanntermaßen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit Hufexperten. Und dabei sind ihnen Titel und Etiketten eigentlich schnuppe, solange diese ihre Arbeit ordentlich machen. Und ein ordentlich ausgebildeter Hufpfleger oder Huftechniker kann da durchaus beachtliches leisten. Das wird auch unter Tierärzten und Hufschmieden zunehmend anerkannt. Zumeist sind dies allerdings die besseren Vertreter ihres Berufsstandes, die durch gute Arbeit überzeugen können und nicht durch dumme Sprüche zu beeindrucken versuchen. Oder sollte es am Ende gar auf Professor Hertsch gemünzt sein, der schon manche Lanze für die Barhufpflege gebrochen hat und ab und zu auf deren Veranstaltungen auftritt? Wir wissen es nicht. In Pforzheim machte Breddemann seine Äußerung erst nach Prof. Hertsch’s Abreise.

So jämmerlich wie diese Äußerung auch ist, zeigt sie doch mit aller Deutlichkeit den desolaten Zustand, in dem sich ein Teil der Hufschmiede befindet. Rechtzeitig zum „Gute-Wünsche-fassen“ zu Jahresbeginn legt das Deutsche Hufregister jedenfalls den Finger auf einen der Schwachpunkte in der deutschen Hufszene. Wer dem Ansehen des eigenen Berufsstand derartig schadet, muß sich eigentlich fragen lassen: „Wie tief muß ein Hufschmiede-Funktionär eigentlich sinken, damit er sich zu solchen Pöbeleien hinreißen lässt, Herr Breddemann?“ Dafür gibt’s vom Deutschen Hufregister das „Hufgeschwür des Jahres 2003“.

 

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